Sie befinden sich hier:

Segelfalterpuppe vor der Überwinterung am 22.9.2009

Überwinterung als Puppe

Der Segelfalter überwintert als beige-braune Gürtelpuppe bodennah an vertrockneten Halmen, Pflanzenstängeln oder an Felsen angesponnen. Er hat sich im Spätsommer bzw. im Herbst des Vorjahres verpuppt und befindet sich bis zum April in Winterruhe.

Erst im Frühling, nachdem die Temperaturen über mehrere Tage wieder 20 Grad und mehr erreicht haben, schlüpfen die Falter.

Segelfalter der ersten Generation

In warmen Jahren ab Mitte April, sonst Ende April/Anfang Mai erscheinen die Falter der ersten Generation. Die Männchen schlüpfen wenige Tage vor den Weibchen. Direkt nach dem Schlüpfen erwacht der Fortpflanzungstrieb. Die Männchen, und ebenso die später schlüpfenden Weibchen, fliegen nach dem Schlüpfen auf nahegelegene Bergkuppen. Die Männchen besetzen dort Reviere und nutzen dabei Baumkronen als Rastplätze und Ansitze. In das Revier eindringende Männchen werden in rasantem Segelflug verfolgt. Diese Art der Partnerfindung wird als Hilltopping oder Gipfelbalz bezeichnet. Schon bald erscheinen auch die Weibchen auf den Bergkuppen und es kommt zur Paarung. Die Weibchen verlassen anschließend wieder die Rendez-Vous-Plätze zur Eiablage an den Südhängen.



Segelfalter frisch geschlüpft in Bingen am Scharlachkopf am 7.5.2008

Die Eiablage

Nach der Paarung auf den Bergkuppen, fliegen die Weibchen wieder zurück in ihre Brutreviere an den Südhängen der Weinberge. Die Eiablage erfolgt an Stellen, die der Sonne intensiv ausgesetzt sind. Oft werden dazu Blätter von Zweigen der Felsenkirsche oder der Schlehe belegt, die sich waagerecht 20 bis 50 cm über dem Boden befinden. Bevorzugt werden Pflanzen, die über Felsen oder über vegetationsfreiem Grund wachsen, so auch gerne an Rändern von Teerstraßen oder an und über Weinbergsmauern. Die Eier sind zunächst milchig weiß. Nach ein bis zwei Tagen werden sie rosa. Einige Tage später braun und nach einer Woche dunkel. Jetzt scheint der schwarze Kopf der Raupe im oberen Teil des Eies durch.



Ei des Segelfalters - kurz nach der Eiablage am 16.4.2014 am Scharlachberg bei Bingen


Ein weiteres Segelfalterei am 24.04.2014 am Scharlachberg in Bingen


Dunkeles Ei des Segelfalters ca. eine Woche nach der Eiablage am Scharlachberg bei Bingen


Ei des Segelfalters direkt vor dem schlüpfen der Raupe am 25.4.2014

Die Raupe schlüpft ...

Je nach Witterung schlüpft die Raupe nach ungefähr einer Woche (6-10 Tage) aus dem Ei. Die Raupe frisst ein Loch in die Eischale, und verlässt diese dann durch dieses Loch. Anschließend dreht sie sich wieder um und beginnt die Eischale zu fressen. Im Gegensatz zur Schalbenschwanzraupe mit einem weißen Fleck, befinden sich bei der Segelfalterraupe zwei weiße Flecken auf dem Rücken.



Raupe des Segelfalters beim Fressen der Eischale am 25.4.2014 auf Felsenkirsche

Die junge Raupe (L1)

Die L1-Raupe ist dunkel (grau-schwarz) gefärbt mit den hellen (erst weißen, später hellgrünen) Flecken auf dem Rücken. Sie ähnelt damit Vogelkot, ist aber so auf den grünen Blättern der Felsenkirsche noch relativ einfach zu erkennen.


L1-Raupe - wenige Tage alt auf Schlehe auf dem Martinsberg bei Siefersheim am 7.5.2014


Segelfalterraupe (L2) direkt nach der Häutung am Heimberg bei Schloßböckelheim am 29.8.2009

Die L2-Raupe ...

Nach der ersten Häutung ist die Raupe grün gefärbt und ist jetzt auf den Blättern der Fraßpflanze sehr gut getarnt. Im Anschluss an jede Häutung wird die "alte" Raupenhaut mitsamt der harten Kopfkapsel verspeist.

Die Raupe sitzt gerne auf dem von ihr auf einem Blatt der Fraßpflanze angelegten Spinnpolster und sonnt sich intensiv.

Die L4-Raupe ...

Seit der ersten Häutung ist die Raupe grün gefärbt mit jeder Häutung sind die orangen Punkte auf dem Rücken deutlicher zu sehen. Die Raupe ist mit den feinen gelben Linien ähnlich gezeichnet wie die Blätter der Felsenkirsche (Prunus-Gewächse), auf denen sie lebt. Die L1 bis L4-Raupen der ersten Generation sind in gleicher Weise gefärbt, wie die der zweiten Generation.


L4-Raupe des Segelfalters am 12.8.2014 am Scharlachberg bei Bingen


Vorpuppe des Segelfalters am 5.7.2011

Die Vorpuppe der ersten Generation

Ungefähr 6 Wochen nach dem Schlüpfen der Raupe beginnt die Verpuppung mit der Vorpuppe. Die Raupen bleiben dabei auf den Fraßpflanzen und spinnen sich zwischen den grünen Blättern an. Bei günstigem Witterungsverlauf im Frühjahr kommt es deshalb in einigen Regionen von Rheinland-Pfalz, so z.B. im Mittelrheintal und an der Nahe in den letzten Jahren fast immer schon Anfang Juli zur Verpuppung der ersten Generation der Raupen. Nach meinem Beobachtungen entstehen dabei in der Region Bingen grüne Sommerpuppen. Eine Entfärbung der Raupen, wie im Herbst findet dabei nicht statt.

Die grüne Sommerpuppe (Subitanpuppe)

Die Verpuppung findet auf der Fraßpflanze statt. Die Puppe ähnelt in der Färbung und Zeichnung sehr den grünen Blättern der Felsenkirsche und ist deshalb sehr gut getarnt.


Sommerpuppe des Segelfalters am 10.7.2011


Sommerpuppe des Segelfalters vor dem schlüpfen am 4.7.2014

Die Sommerpuppe vor dem Schlüpfen

Kurz vor dem schlüpfen ist die schwarz-gelbe Zeichnung des Falters bereits durch die Puppenhaut zu erkennen.

Die Falter der zweiten Generation

Nach einer Puppenruhe von 13-18 Tagen schlüpfen oft schon Ende Juli, aber auch noch bis in den August, die Falter der zweiten Generation. Auf den ersten Blick sind die Falter der zweiten Generation kaum von denen der ersten Generation zu unterscheiden. Bei genauerem Hinschauen erkennt man den helleren Hinterleib der Falter der zweiten Generation.



Segelfalter der zweiten Generation frisch geschlüpft am 25.7.2010 am Heimberg bei Schloßböckelheim


Ei des Segelfalters - 4 Tage nach der Ablage am Heimberg bei Schloßböckelheim

Eiablage der Sommerfalter

Im August legen die Falter der zweiten Generation (Sommerfalter) ihre Eier ab. Die Eier entwickeln sich in gleicher Weise, wie die der ersten Generation. Zunächst sind die Eier milchig weiß, dann rosa, später bräunlich und dann dunkel.

L4-Raupe der zweiten Generation

Die Entwicklung der Raupen der zweiten Generation verläuft bis zur L4-Raupe in gleicher Weise, wie bei den Raupen der ersten Generation im Frühjahr. Aber bei der L5-Raupe zeigen sich bald die ersten Anzeichen für einen anderen Entwicklungsverlauf.


Späte L4-Raupe des Segelfalters am Heimberg bei Schloßböckelheim am 25.9.2009

Fleckenbildung der Raupen im Herbst

Während der Entwicklung der L5-Raupen zeigen sich in einigen Fällen dunkele Flecken auf dem Rücken der Raupen.



Späte Segelfalterraupe (L5) mit braunen Rückenflecken auf Felsenkirsche am Heimberg am 17.9.2009


Späte Segelfalterraupe (L5) mit dunkelroten Flecken auf Schlehe am Heimberg am 19.9.2009

Die Entfärbung vor der Verpuppung im Herbst

Gegen Ende der L5-Entwicklung beginnt die Raupe sich zu entfärben. Sie verliert ihre grüne Farbe und wird gelblich. Die Raupe wird jetzt träge. Sie hat ihr Sitzpolster verlassen und sitzt jetzt an einem Ast der Fraßpflanze. Kurze Zeit später verlässt sie die Fraßpflanze und sucht sich einen geeigneten Verpuppungsplatz.



Segelfalterraupe (L5) zu Beginn der Entfärbung am Heimberg am 9.9.2009


Entfärbte Raupe (L5) des Segelfalters auf Felsenkirsche am 11.9.2009 am Heimberg

Überwinterung als Puppe

Die Verpuppung als beige-braune Gürtelpuppe erfolgt bodennah an vertrockneten Halmen, Pflanzenstängeln, an Fels oder an Steinen.

Anschließend beginnt die bis zum April des nächsten Jahres andauernde Winterruhe. Das Verlassen der Fraßpflanze, die Verpuppung selbst und die Winterruhe sind für den Falter die gefährlichste Phase seines Lebens.

Nur wenige Tiere schlüpfen im Frühjahr des Folgejahres und der Kreislauf beginnt erneut.



Segelfalterpuppe vor der Überwinterung am 22.9.2009

Hinweis:

Im reich bebilderten Artenporträt erhält man detaillierte Informationen zur Biologie und Lebensweise der jeweiligen Tagfalterart.



Ihre Spende hilft.

Besuchen Sie den Schmetterlings-Erlebnispfad



Der BUND hat im Rheinland-Pfälzischen Freilichtmuseum Bad Sobernheim den ersten deutschen Schmetterlings-Erlebnispfad errichtet. Er lädt Jung und Alt dazu ein, die Welt der bunten Insekten interaktiv und mit allen Sinnen zu erkunden Mehr...

Paradies für Rüsseltiere

Willi Wanstschrecke

Der BUND Bingen nahm die Landesgartenschau zum Anlass, auf den Verlust vieler Schmetterlingsarten aufmerksam zu machen und legte einen besonders schmetterlingsfreundlichen Mustergarten an. Mehr...

Suche

Metanavigation: