BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland



Überwinterung als Puppe

Der Schwalbenschwanz überwintert als Puppe. Er hat sich im Spätsommer bzw. im Herbst des Vorjahres an einem Ästchen oder einem Pflanzenstängel als Gürtelpuppe angesponnen und befindet sich jetzt in einer Winterruhe.

Die Puppe kommt auch im Winter in zwei unterschiedlichen Farbvarianten vor: grün oder braungrau. Ein spezieller Frostschutz verhindert die Zerstörung der Zellen.

Im Frühjahr, nachdem die Temperaturen über mehrere Tage wieder 20 Grad und mehr erreichen, setzt sich die Entwicklung zum Falter fort.

Weitere Details zum Schwalbenschwanz erhält man im Artenporträt zum Herunterladen. 

 


Der Falter der ersten Generation

In warmen Jahren ab Ende April, sonst Anfang Mai und manchmal auch erst Mitte Mai schlüpfen dann endlich die Falter der ersten Generation. Direkt nach dem Schlüpfen erwacht der Fortpflanzungstrieb. Im Frühjahr lernen sich Schwalbenschwanzpartner in der Regel beim Hilltopping kennen. Im Sommer warten die Männchen oft in nektarreichen Habitaten, auf die Weibchen. Dieses Verhalten basiert auf der im Sommer wesentlich größeren Anzahl an vorhandenen Tieren, so dass die Chance auch so einen Partner zu finden dann wesentlich höher ist.


Paarung nach Hilltopping

Zum Hilltopping versammeln sich Männchen und Weibchen nach dem Schlüpfen auf südlich exponierten freien Bergkuppen. Die Männchen richten sich hier Reviere ein. Die Weibchen werden hier begattet, entfernen sich dann aber wieder schnell von den Versammlungsplätzen und beginnen kurz darauf mit der Eiablage. Im Sommer findet die Paarung wie auf dem Bild zu sehen oft in der Nähe der Nektarhabitate statt.


Eiablage

Die Eiablage erfolgt beim Schwalbenschwanz in der Fläche weit verstreut. Die Eier werden in der Regel an sehr jungen Pflänzchen, die möglichst über offenem Boden austreiben, abgelegt. Der Schwalbenschwanz nutzt als Futterpflanze für seine Raupen die Möhre, Wilde Möhre, Pastinake, Dill aber auch Fenchel und viele ähnliche Pflanzen. Die runden gelben Eier werden in der Regel einzeln abgelegt.


Das Ei nach 8 Tagen

Innerhalb sehr kurzer Zeit (ca. 8 bis 10 Tage) entwickelt sich im Ei die kleine Raupe. Deshalb beginnt sich nach 6 bis 8 Tagen das Ei deutlich dunkel zu färben. Die dunkle Raupe scheint durch die dünne Eischale.


Die Raupe schlüpft

Endlich schlüpft die ca. 5 mm große Raupe aus dem 3 mm großen Ei und macht eine kleine Verschnaufpause zum Trocknen. Dann dreht sie sich um und beginnt mit der "Muttermilch". Sie beginnt die leere soeben verlassene Eihülle zu verspeisen.


Die junge Raupe

Die junge Raupe (hier L2 im Spätsommer) ist zunächst dunkel gefärbt mit einem weißen Fleck und dem für die Ritterfalter typischen Sattel. Mit jeder Häutung ändert sich jetzt die Farbe. Die Raupe häutet sich viermal (ungefähr einmal pro Woche) bis zur Verpuppung.


Kannibalismus bei Schwalbenschwanzraupen

Schwalbenschwanz-Weibchen legen manchmal auf der gleichen Pflanze zwei Eier ab. Die Raupen schlüpfen dennoch zu leicht unterschiedlichen Zeitpunkten. Die erstgeborene Raupe verspeist dann oft bereits das zweite Ei, bevor es schlüpfen kann. Manchmal kommt es aber vor, dass die erstgeborene Raupe die später geschlüpfte (hier fünf Tage alte) Geschwister-Raupe verspeist. Grundlage dieses Verhaltens ist wahrscheinlich, die Sorge, dass nicht genügend Futter für beide Raupen auf der Pflanze zur Verfügung steht.


L4-Raupe direkt nach der Häutung

Nach der dritten Häutung spricht man von der L4-Raupe. Direkt nach einer Häutung ist die Raupenhaut einschließlich der Kopfkapsel zunächst noch transparent. Nach kurzer Ruhezeit hat die Raupe ihre spätere Farbe angenommen, anschließend dreht sie sich und beginnt ihre alte Haut einschließlich der Kopfkapsel aufzufressen.


Die fast erwachsene L4-Raupe

Die L4-Raupe ist jetzt hell grün und schwarz mit orangenen Punkten. Jetzt beginnt das große Fressen. Die Raupe verspeist jetzt im Schnelldurchgang einen Teil der Futterpflanze bis nach ca. 5 Tagen die letzte Häutung (vor der Verpuppung) mit einer vorherigen Ruhephase beginnt.


Erwachsenen Raupe mit Stirngabel

Die Schwalbenschwanzraupe verfügt über eine Stirngabel mit einem Verteidigungsmechanismus. Sie kann diese bei Gefahr ausstülpen und versprüht dann Buttersäure. Der unangenehme Geruch ist deutlich zu riechen und schreckt Feinde ab. 


Puppe im Sommer

Nach ca. 5 Wochen verlässt die Raupe in der Regel ihre Fraßpflanze und sucht einen geeigneten Verpuppungsplatz. Neben grünen Puppen kommen ebenfalls braungraue Puppen vor. Im Frühsommer entwickelt sich die Puppe ohne Unterbrechung zum Falter. Wenn die Tageslänge ca. 15 Stunden unterschreitet, unterbricht die Puppe ihre Entwicklung zum Falter durch eine Winterpause. In der Region Bingen ist der Stichtag für die subitane (durchgehende) Entwicklung - ohne Winterpause - der 10. August. Raupen, die sich vor diesem Tag verpuppen, entwickeln sich fast immer noch im gleichen Jahr zum Falter. Raupen, die sich einige Tage später verpuppen, schlüpfen oft erst im nächsten Frühjahr.


Falter direkt vor dem Schlüpfen

Nach einer Puppenruhe von ca. 2 Wochen hat sich der Falter in der Puppe entwickelt. Kurz vor dem Schlüpfen kann man durch die dünne transparente Puppenhaut bereits deutlich den Falter mit seiner auffälligen Flügelzeichnung erkennen.

Ab Mitte Juni schlüpfen die ersten Sommerfalter (zweite Generation), in der Regel aber erst ab Anfang Juli.


Der Falter der Sommergeneration

Jetzt beginnt der Kreislauf von neuem. Anfang Juli findet die Eiablage statt.  Je nach Witterungsverlauf findet dann die Verpuppung im August statt. Bei sehr günstigem Witterungsverlauf findet die Verpuppung noch vor dem 10. August statt, dann schlüpfen die Falter als partielle dritte Generation noch im gleichen Jahr. In der Regel überwintern aber die Nachkommen der zweiten Generation als Puppe und setzen erst im nächsten Frühjahr ihre Entwicklung zum Falter fort.

Hinweis:

Im reich bebilderten Artenporträt erhält man detaillierte Informationen zur Biologie und Lebensweise der jeweiligen Tagfalterart.

Quelle: http://schmetterlinge.bund-rlp.de/wissenswertes/schwalbenschwanz_entwicklung_und_generationenfolge/