BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


Die Raupen der Tagfalter

Schmetterlinge entwickeln sich aus Eiern über Raupen und Puppen zu den Faltern. Außer der Raupe Nimmersatt sind aber nur wenige Raupen von Schmetterlingen bekannt.

Für die Raupen gilt noch mehr als bei den Eiern, dass man den Tagfalter über die Raupe fast immer eindeutig bestimmen kann. Manchmal kann die Tagfalterart sogar über die Zucht der Raupe leichter bestimmt werden, als durch die erwachsenen Falter. Während z.B. der Hufeisenklee-Gelbling und der Weißklee-Gelbling nicht eindeutig durch äußere Merkmale unterscheidbar sind, sind die Raupen sehr unterschiedlich gezeichnet. Auch bei den Kohlweißlingen unterscheiden sich die Raupen deutlicher als die Falter.

Deshalb sollen auf dieser Seite Raupen von Tagfaltern, die in Rheinland-Pfalz vorkommen auf Bildern in natürlicher Umgebung - nach Familien bzw. Unterfamilien geordnet - dargestellt werden:

Ritterfalter - Weißlinge - Bläulinge - Feuerfalter

Zipfelfalter - Edelfalter - Augenfalter

Die Raupen der Ritterfalter

Die Raupen der Ritterfalter sind besonders eindrucksvoll. Manche sind nach dem Schlüpfen sehr ähnlich (z.B. Schwalbenschwanz und Segelfalter), entwickeln dann aber ganz charakteristische Farben und Zeichnungen. Sie verfügen alle über eine Stirngabel, mit der ein nach Buttersäure riechendes Sekret zur Abschreckung von Feinden bei Störungen ausgeschüttet werden kann.



Eiraupe des Segelfalters beim Fressen der Eischale


Eiraupe des Schwalbenschwanz beim Fressen der Eischale


Junge Raupe des Segelfalters


Junge Raupe des Schwalbenschwanz


Erwachsene Raupe des Segelfalters


Erwachsene Raupe des Schwalbenschwanz


Segelfalterraupe mit Stirngabel


Schwalbenschwanzraupe mit Stirngabel

Die Raupen der Weißlinge

Die Raupen der Weißlinge sind sehr viel schlanker als die Ritterfalterraupen. Viele haben eine grüne Färbung, manche sind bunt (Baumweißling und Großer Kohlweißling). Die meisten sind nur wenig behaart, Ausnahme auch hier wieder der Baumweißling.



Raupe des Aurorafalters auf einer Knoblauchsrauke


Raupe des Baumweißlings auf Schwarzdorn


Raupe des Großen Kohlweißlings auf Kohl


Raupe des Grünaderweißlings


Raupe des Senfweißlings


Raupe des Wandergelblings auf Luzerne


Raupe des Zitronenfalters auf Faulbaum

Die Raupen der Bläulinge

Die Raupen der Bläulinge werden oft als "asselartig" beschrieben. Sie sind sich sehr ähnlich in der Form, sind aber unterschiedlich gefärbt und unterschiedlich gezeichnet. Auch bei den Bläulingen sind die Raupen oft grünlich. Sie leben sehr versteckt meist an den sehr verschiedenen Schmetterlingsblütlern, einer Unterfamilie der Leguminosen. Viele Raupen der Bläulinge leben in Symbiosen mit Ameisen. Die Ameisen übernehmen dabei den Schutz der Raupen, die Raupen versorgen dabei die Ameisen mit einem zuckerähnlichen sekret aus Drüsen am Hinterleib.



Raupe des Faulbaum-Bläulings auf Blutweiderich


Raupe des Faulbaum-Bläulings auf Blutweiderich mit Ameise im Gepäck


Raupe des Fetthennen-Bläulings auf Großer Fetthenne mit Ameisen-Armada


Raupe des Himmelblauen Bläulings auf Hufeisenklee

Die Raupen der Feuerfalter

Die Raupen der Feuerfalter sind als Unterfamilie der Bläulinge ebenfalls asselartig. Sie leben fast alle an den verschiedenen Arten des Sauerampfers oder an Knöterichgewächsen.



Raupe des Braunen Feuerfalters auf dem Großen Sauerampfer


Grün-rote Raupe des Kleinen Feuerfalters auf dem Großen Sauerampfer


Grüne Raupe des Kleinen Feuerfalters auf dem Großen Sauerampfer


Raupe des Lilagoldenen Feuerfalters auf dem Großen Sauerampfer

Die Raupen der Zipfelfalter

Die meisten Zipfelfalterraupen schlüpfen im Frühjahr aus den überwinterten Eiern (Ausnahme: Grüner Zipfelfalter). Sie leben auf Bäumen und Sträuchern insbesondere auf Prunus-Arten. Trotz der Zugehörigkeit zur Familie der Bläulinge haben ihre Raupen nicht die flache asselartige Form der Bläulingsraupen, sondern sind etwas "buckeliger" geformt. Der oft eingezogene Kopf belegt aber die Verwandtschaft zu den Bläulingen. Die jungen Raupen sind manchmal noch behaart.



Eiraupe des Blauen Eichenzipfelfalters auf der Knospe einer Eiche


Raupe des Grünen Zipfelfalters (L5)


Eiraupe des Nierenfelck-Zipfelfalters auf einer Schlehenblüte


Raupe des Pflaumen-Zipfelfalters (L5) auf Schlehe

Die Raupen der Edelfalter

Die Raupen der Edelfalter verfügen oft über Dornen. Trotz der unterschiedlichen Farben und Zeichnungen sind die längliche Form und der Kopf bei den meisten Arten ähnlich. Bei zwei Arten variieren die Farben innerhalb der gleichen Art sehr stark (Admiral, Distelfalter). Einige Raupen leben gesellig, wie die des Kleinen Fuchses, des Landkärtchens und des Tagpfauenauges, die meisten Arten leben aber solitär. Die Schillerfalterraupen und die Eisvogelraupen überwintern im Freien auf Bäumen (Salweide, Zitterpappel) oder auf Sträuchern. Die meisten Scheckenfalterraupen überwintern gesellig in Gespinsten am Boden. Viele Perlmutterfalterraupen überwintern solitär in der Bodenstreu.



Dunkele Raupe des Admiral auf Brennnessel


Graue Raupe des Admiral auf Brennnessel


Grüne Raupe des Admiral auf Brennnessel


Rosa Raupe des Admiral auf Brennnessel


Rote Raupe des Admiral auf Brennnessel


Eiraupe des C-Falters auf Salweide


Raupe des C-Falters in S-Form auf Stachelbeere


Raupe des C-Falters auf Stachelbeere


Rosa Raupe des Distelfalter


Silbergraue Raupe des Distelfalter


Raupe des Großen Perlmutterfalters an Wiesenknöterich


Raupe (L2) des Großen Schillerfalters auf Salweide vor Überwinterung


Raupe (L5) des Großen Schillerfalters auf Salweide


Raupe des Kaisermantels auf Veilchen


Raupe des Kleinen Eisvogels auf Deutschem Geißblatt


Raupe des Kleinen Fuchses auf Brennnessel


Raupe des Kleinen Schillerfalters auf Zitterpappel


Raupe des Landkärtchens auf Brennnessel


Raupe des Magerrasen-Perlmutterfalters auf Veilchen


Raupe des Roten Scheckenfalters auf Wegerich


Raupe des Tagpfauenauges auf Brennnessel


Raupe des Wegerich-Scheckenfalters auf Wegerich

Die Raupen der Augenfalter

Die Raupen der Augenfalter sind oft behaart und leben an Gräsern. Die jungen Raupen fressen am Tage. Viele Augenfalterraupen überwintern solitär in der Streuschicht am Boden. Nach der Überwinterung sind die älteren Raupen oft nachtaktiv.



Eiraupe des Mauerfuchs auf einem Grashalm


Raupe des Mauerfuchs (L4) auf einem Grashalm


Jungraupe des Schachbrettfalters (L3) auf einem Grashalm


Raupe des Schachbrettfalters (L5) im Gras - abends

Hinweis:

In den reich bebilderten Artenporträts erhält man detaillierte Informationen zur Biologie und Lebensweise der jeweiligen Tagfalterart.

Quelle: http://schmetterlinge.bund-rlp.de/wissenswertes/raupen_der_tagfalter/