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Eiablage der Tagfalter

Alle Schmetterlinge legen Eier aus denen Raupen schlüpfen. Die Eiablage erfolgt bei jeder Art in einer sehr spezifischen Weise. Die meisten Tagfalter legen ihre Eier direkt an die späteren Raupenfutterpflanzen (z.B. das Tagpfauenauge an der Brennnessel) ab. Andere (z.B. das Schachbrett) lassen die Eier auf den Boden fallen, in der Hoffnung, das die Raupe auf dem Boden im Streu überwintert und anschließend die Raupennahrung (Gras) auf der Wiese findet. Viele Arten, vor allem jene Arten (z.B. der Violette Feuerfalter), die in geringen Dichten vorkommen, legen ihre Eier einzeln ab. Andere Tagfalter (z.B. das Tagpfauenauge) legen ihre Eier in Haufen ab. Wieder Andere (z.B. der Randring-Perlmutterfalter) legen ihre Eier in kleinen Gruppen ab. Es gibt sogar Arten (Großer Kohlweißling), die legen ihre Eier je nach Größe der Futterpflanze in kleinen oder großen Haufen ab. Der Künstler unter den Tagfaltern in Bezug auf die Eiablage ist das Landkärtchen, welches kunstvolle Ei-Türmchen baut.

Im Folgenden ist die Eiablage einiger in Rheinland-Pfalz vorkommender Tagfaltern auf Bildern in natürlicher Umgebung dargestellt:

Eiablage Edelfalter

Die Edelfalter verfolgen sehr unterschiedliche Strategien der Eiablage. Einzelablage bei Admiral und Distelfalter, aber auch die Haufenablage wie beim Kleinen Fuchs und beim Tagpfauenauge. Das Tagpfauenauge hat diese Strategie sogar noch verfeinert, indem im Spätsommer oft mehrere Weibchen gemeinsam an dem gleichen Blatt ihre Eier ablegen. Bei der Einzelablage wird das Verlust-Risiko gestreut und die Raupen erhalten so genügend Nahrung für ihre Entwicklung. Bei der Haufenablage leben die Raupen später oft gesellig. Die Nahrungspflanze steht sowieso in ausreichendem Umfang zur Verfügung. Diese Strategie verfolgen oft häufigere Arten.



Einzel-Eiablage des Admirals an Samenstände der Brennnessel


Eiablage des Tagpfauenauges an der Unterseite eines Brennnesselblattes


Synchrone Eiablage mehrerer Tagpfauenaugen-Weibchen an Brennnessel


Turmbau-Eiablage des Landkärtchens an der Unterseite eines Brennnessel-Blattes


Versteckte Eiablage des Randring-Perlmutterfalters in Grüppchen an Wiesenknöterich

Eiablage der Weißlinge und Bläulinge etc.

Die Weißlinge legen ihre Eier an den Futterpflanzen ihrer Raupen ab. Manche einzeln wie z.B. der Kleine Kohlweißling, andere in Haufen wie z.B. der Große Kohlweißling.

Die Bläulinge legen ihre Eier immer einzeln ab. Ihre Raupen sind Nahrungsspezialisten und benötigen oft große Teile der Pflanze zur eigenen Entwicklung. Manche Arten (z.B. der Kronwicken-Bläuling) legen ihre überwinternden Eier an trockene Vegetationsreste in der Nähe der Raupenfutterpflanzen ab, damit die Eier im langen Winter besser vor Abfressen, Fäulnis und Schimmel geschützt sind.



Einzel-Eiablage des Zitronenfalters neben der Blattknospe eines Faulbaums


Haufen-Eiablage des Großen Kohlweißlings an Kohl im Garten


Einzel-Eiablage des Alexis-Bläulings an die Knospe einer Vogelwicke


Einzel-Eiablage des Dunklen Wiesenknopfbläulings in die Blüte des Großen Wiesenknopfes


Einzel-Eiablage des Violetten Feuerfalters an den Blattansatz des Großen Sauerampfers


Schachbrettfalter beim Abwerfen eines Eies auf eine Wiese

Hinweis:

Im reich bebilderten Artenporträt erhält man detaillierte Informationen zur Biologie und Lebensweise der jeweiligen Tagfalterart.

Quelle: http://schmetterlinge.bund-rlp.de/wissenswertes/eiablage_der_tagfalter/